März 2026, Lito Theater Oberhausen. Rund 300 Leute quetschen sich zwischen Theke und Sitzreihen, Bier in der Hand, Erwartung im Blick. Angekündigt als „Uncut Show“, von Dan Ganove selbst großspurig als musikalische Folter betitelt. Klingt nach Übertreibung? Warten wir’s ab.
Den Auftakt machte Jnsn, der die Menge mit einem gut gemischten Set aus eigenen Songs und ein paar Covers langsam auf Temperatur brachte. 45 Minuten solides Warm-up – genau das richtige Maß, um aus vorsichtigem Mitwippen ein erstes echtes Mitgehen zu machen.
Dann wurde es ernst. Fast auf die Minute genau betrat Dan Ganove die Bühne – leicht angespannt, fast schon nervös. Doch das hielt nicht lange. Das Publikum nahm ihn sofort auf, trug ihn quasi durch die ersten Songs. Und plötzlich war sie da: diese rohe, ungefilterte Energie, die den Abend tragen sollte.

Dan Ganove sprang durch alte und neue Stücke, ohne sich groß um Setlisten-Logik zu scheren. Eher ein musikalischer Streifzug als ein sauber geplantes Konzert – genau das machte den Reiz aus. Dann der erste Überraschungsmoment: Ole als Stargast auf der Bühne. Gemeinsam mit Dan gab’s „Wenn die Welt untergeht“ und „Bleib tapfer“ von WIZO – und plötzlich war der Laden ein einziger Chor.
Nach rund 50 Minuten: Pause. Keine Show-Spielerei, sondern einfach Luft holen. Zigaretten an, Bier nachkippen, kurz sortieren – bevor der zweite Teil der „Folter“ begann.
Und der hatte es in sich. Noch wilder, noch ungefilterter. Das Publikum inzwischen komplett drin, feierte wirklich alles – selbst die schrägsten, unerwartetsten Songs wurden abgeklatscht, als wären es Klassiker. Zweiter Stargast: Die Kassierer- Frontmann Mitch, der bei „Die Frau, die Milliarden Sätze spricht“ mit einstieg. Spätestens hier war klar: Das hier ist kein normales Konzert mehr, sondern ein kollektiver Kontrollverlust mit Ansage.
Nach über 80 Minuten ging es langsam Richtung Zielgerade – zumindest theoretisch. Denn natürlich ließ das Publikum Dan nicht einfach gehen. Mit Zugaben wurde das Ganze auf über zwei Stunden gezogen. Am Ende: verschwitzte Gesichter, heisere Stimmen, ein Künstler, der sichtbar durch war – und ein Publikum, das genau das bekommen hatte, was versprochen wurde.

Fazit zwischen den Zeilen: Wenn das „musikalische Folter“ war, dann bitte jederzeit wieder.
Text/Foto: Thomas Remer / http://konzertmedien.de

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