Stromschlag aus der Leitung – Auxweg Hanebuechen zerlegen die Zukunft [ Review | Electropunk | Punk ]

Auxweg Hanebuechen brauchen kein Hightech und keine großen Gesten. Zwei Menschen, zwei Festnetztelefone und eine gehörige Portion Dreistigkeit reichen völlig aus, um mit der EP „Elektrizität ist nur eine Übergangstechnologie“ ein eigenes Klanguniversum zu eröffnen. Das Duo setzt auf Irritation, Humor und rohe Ideen – und genau daraus entsteht eine Energie, die sich jeder Einordnung entzieht.

Analoges Chaos mit Konzept

Die EP fühlt sich an wie ein Anruf aus einer anderen Realität. Auxweg Hanebuechen spielen mit Alltagsbeobachtungen, absurden Gedanken und musikalischen Bruchstellen, die bewusst ungeschliffen bleiben. Zwischen knarzenden Strukturen, minimalistischen Arrangements und scheinbar beiläufigen Melodien entsteht ein Sound, der provoziert, stolpert und genau dadurch hängen bleibt.

Inhaltlich pendelt das Werk zwischen Arbeitswelt, technischer Nostalgie und skurrilen Gedankenspielen. Mal wirkt es wie ein ironischer Kommentar auf Produktivität und Fortschritt, mal wie ein verdrehter Blick auf Pop- und Rock-Mythen. Dabei geht es weniger um Perfektion als um Haltung: Alles darf, nichts muss – solange es eigen ist. Die Festnetztelefone sind dabei nicht nur Requisit, sondern Statement. Analog gegen den Dauerstream, direkte Verbindung statt digitalem Rauschen.

Fazit: Schräge Leitung, klare Ansage

Mit „Elektrizität ist nur eine Übergangstechnologie“ liefern Auxweg Hanebuechen eine EP ab, die sich bewusst querstellt. Dreist, minimalistisch und voller eigenwilliger Ideen beweist das Duo, dass Musik auch mit einfachsten Mitteln maximale Wirkung entfalten kann. Kein Produkt für den Massenkonsum, sondern ein Anruf für alle, die Lust auf ungewöhnliche Wege und schräge Frequenzen haben.

Otte’s MEINUNG

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