Ein frustrierter Ehemann, eine nächtliche Tour durch die Stadt und ein Abstecher auf die sündige Meile. Was als käufliches Vergnügen beginnt, entwickelt sich plötzlich zur großen Liebesgeschichte. Zumindest in seinem Kopf!
Mit der Single „Neonlichter“ packt Plastic Mars eine Geschichte aus, die irgendwo zwischen Rotlicht-Romanze, Midlife-Crisis und ziemlich gewagter Lebensplanung angesiedelt ist.
Ein Freifahrtschein ins Liebeschaos
Der Protagonist hat offenbar genug vom bürgerlichen Alltag und sucht sein Glück dort, wo rote Lampen den Weg weisen. Aus einem Besuch im Etablissement wird eine emotionale Angelegenheit. Plötzlich sollen gemeinsame Zukunftspläne her, die Ehefrau ist gedanklich schon abserviert und sogar der Hausverkauf steht im Raum.
Der Text spielt herrlich überzeichnet mit der Vorstellung, dass aus einem Geschäft auf einmal die große Liebe entstehen könnte. Besonders die Idee, seine Angebetete kurzerhand freizukaufen, hat einen gewissen absurden Charme. Hier werden innerhalb weniger Zeilen gleich sämtliche Lebenspläne umgekrempelt.
Musikalisch geht „Neonlichter“ ordentlich ab. Die Geschichte bekommt ordentlich Schwung und entwickelt sich zu einer Nummer, bei der man schnell mitgeht. Der Kontrast zwischen der etwas schrägen Handlung und der energiegeladenen musikalischen Umsetzung macht den besonderen Reiz aus.
Man fragt sich allerdings schon, ob unser verliebter Nachtschwärmer seine neue Traumfrau tatsächlich gefunden hat oder ob er gerade dabei ist, sich seine ganz eigene rosarote Rotlicht-Realität zusammenzubasteln.
Fazit – Rote Lampe an, Vernunft aus!
Mit „Neonlichter“ gibt es eine unterhaltsame Geschichte über Liebe, Sehnsucht und einen Mann, dessen Zukunftsplanung offenbar nach der dritten gebuchten Stunde völlig neue Dimensionen annimmt.
Eine freche Rotlicht-Romanze mit ordentlich musikalischem Dampf und einer Handlung, bei der selbst die klassische Telenovela kurz nervös werden dürfte.
Otte’s MEINUNG

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