Ruhrpott Rodeo 2026 – Drei Tage Punk, Staub, Regen und Ausnahmezustand [ Konzert | Festival | News | Punk | Rock | Metal ]

Eigentlich hätte das Ruhrpott Rodeo zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden sollen. Doch weil Die Toten Hosen am ursprünglichen Termin in Düsseldorf spielten, wurde das Festival einmalig auf das letzte Juli-Wochenende verschoben. Der Änderung tat das allerdings keinen Abbruch – ganz im Gegenteil: Schon Wochen vor dem Start war das Ruhrpott Rodeo restlos ausverkauft. Was danach folgte, waren drei Tage voller Punkrock, Hardcore, Ska, großer Namen, kleiner Entdeckungen, Staub, Hitze, Regen und jeder Menge Wahnsinn.

Tag 1 – Der Rodeo-Wahnsinn nimmt Fahrt auf

Schon der erste Festivaltag machte unmissverständlich klar, dass das Ruhrpott Rodeo auch 2026 nichts von seiner Mischung aus Tradition und Entdeckerfreude verloren hatte. Mit Los Fastidios, Biohazard, Schmutzki und Feine Sahne Fischfilet standen gleich mehrere echte Highlights auf dem Programm.

Doch das Rodeo wäre nicht das Rodeo, wenn es nur auf große Namen setzen würde. Auch jüngere und noch nicht ganz so etablierte Bands bekamen ihre Bühne. Die Dead End Kids gehörten zu den Bands, die auf der zweiten Bühne ihren Platz fanden – und schnell zeigte sich: Von wegen kleine Bühne, kleine Aufmerksamkeit. Das Publikum nahm die „Newcomer“ mit offenen Armen auf und feierte ordentlich mit.

Damit war der erste Tag bereits ein ziemlich deutlicher Vorgeschmack darauf, was an den folgenden beiden Tagen noch kommen sollte.

Tag 2 – Hitze, Staub und jede Menge Punkrock

Der zweite Tag legte noch einmal eine Schippe drauf. Bereits bei Das Lumpenpack war der Platz voll. Und das, obwohl der Festivaltag gerade erst begonnen hatte. Im weiteren Verlauf folgten mit The Stranglers, The Baboon Show, New Model Army, SWISS und Dropkick Murphys weitere dicke Namen.

Aber auch die kleinere Bühne blieb ein wichtiger Bestandteil des Rodeo-Konzepts. Dort trafen „Newcomer“ wie Grade 2 und Focus. auf, alte Hasen wie UK Subs oder OXO 86. Generationen von Punk trafen aufeinander – und das Publikum zog mit.

Dabei verlangte der zweite Tag den Besuchern einiges ab. Die Hitze stand auf dem Gelände, der Staub wurde immer heftiger und kroch vermutlich in jede noch so kleine Ritze. Doch statt sich davon die Laune verderben zu lassen, wurde weiter gefeiert. Drei Tage Festival wollten schließlich genutzt werden.

Tag 3 – Regen, Klopapier und der ganz normale Rodeo-Wahnsinn

Der dritte Tag begann zunächst vergleichsweise entspannt mit Götz Widmann. Doch wer glaubte, dass ein Sonntagmorgen beim Ruhrpott Rodeo langsam anlaufen würde, wurde schnell eines Besseren belehrt. Große Teile der Besucher machten sich aus Zelten und Wohnwagen auf den Weg Richtung Festivalgelände. Zum Ende seines Sets war der Platz bereits brechend voll – und diese Fülle sollte sich bis zum Abend halten.

Davon profitierten auch die folgenden Acts. Egal ob Universum 25, Dritte Wahl oder Hot Water Music: Das Publikum blieb. Selbst der Wettergott schaffte es nicht, die Festivalstimmung nachhaltig zu bremsen. Stellenweise regnete es wie aus Eimern – nach zwei Tagen Hitze und Staub sorgte das allerdings eher für eine unfreiwillige Abkühlung als für schlechte Laune.

Auch die kleinere Bühne war wieder fest in der Hand der Besucher. Desolat sorgten für Punkrock, Mos brachten Ska auf das Gelände und mit Toxoplasma sowie Knochenfabrik standen weitere Punk-Urgesteine auf der Bühne. Knochenfabrik sprangen dabei kurzfristig für die erkrankten 3 Meter Feldweg ein.

Und dann wurde es endgültig absurd – also genau so, wie man es vom Rodeo erwarten darf. Bei Gualax entwickelte sich die Show unter anderem zur wilden Schlacht mit Klopapierrollen und Klobürsten. Warum? Egal. Es passte einfach.

Den Schlusspunkt setzten schließlich Alpheus mit Ska und brachten noch einmal zahlreiche Festivalbesucher zum Tanzen. Woher die Menschen nach drei Tagen Festival noch die Energie dafür nahmen, wird vermutlich eines der großen ungelösten Rätsel des Ruhrpott Rodeos bleiben.

Fazit – Drei Tage, keine Langeweile und verdammt viel Vorfreude

Das Ruhrpott Rodeo 2026 zeigte einmal mehr, warum dieses Festival seinen festen Platz in der Punkrock-Landschaft verdient hat. Große internationale Namen, deutsche Szenegrößen, alte Punk-Hasen und junge Bands stehen hier nicht einfach nebeneinander auf einem Spielplan – sie gehören gemeinsam zu einem Festival, das sich seine besondere Mischung bewahrt hat.

Hitze und Staub am zweiten Tag, Regen am dritten, volle Plätze, volle Bühnen und ein Publikum, das offenbar selbst nach drei Tagen noch nicht genug hatte: Wirklich enttäuscht dürfte wohl kaum jemand nach Hause gefahren sein.

Ganz im Gegenteil. Der Blick geht bereits nach vorne. Denn wenn das letzte Wochenende im Juli 2026 eines gezeigt hat, dann, dass das Ruhrpott Rodeo auch nach drei Tagen noch lange nicht fertig ist.

2027 kann kommen.

Foto/Text: Thomas Remer / Konzertmedien.de

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