Brühl gibt VollGaS [ NEWS | Festival | Rock | Metal ]

Vom 6. – 7.März gab es endlich Balsam für die darbenden Brühler Metal-Seelen – die  erste Ausgabe des VollGaS Rock & Metal Weekend! Unter dem Motto „Vier Bands. Eine Bühne. Volle Lautstärke! wurde die Galerie am Schloss zum Beben gebracht.

Den Auftakt am Freitag gaben Farewell Spit aus Koblenz – und sie ließen keinen Zweifel daran, dass sie das Assignment verstanden hatten. Ihr erster Song „Bad Fakes“ war der Kickstart für den Abend, von Null auf VollGaS in 3 Minuten!

Die Spielfreude und Begeisterung war den vier Bandmitgliedern sofort anzumerken, mit ihrer Stimme und ihrer Performance transportierte Frontfrau Alica eine unglaubliche Energie, die sich sofort auf das Publikum übertrug. Farewell Spit spielte ein Set mit akutem Ohrwurm- Risiko – eingängige Melodien, treibende Gitarrenriffs und große Gefühle.

Die emotionale Ballade „Unreachable“ fesselte die Zuschauer genauso wie der Banger „Scars Remain“, mit dem sich Farewell Spit verabschiedete.

Dass es nun ein ganzes Stück finsterer weitergehen würde, deutete sich schon in der Umbaupause an, als das glückliche Silberglitzer-Drumset durch ein mattschwarzes Modell ersetzt wurde. Und so kam es auch – wie eine dunkle Urgewalt brach Calibre Infinite über das Publikum herein. Der erste Song „Aversion“ präsentierte perfekt, was die Leute in der kommenden Stunde
erwartete – der Songstart mit hämmernden Gitarrenriffs, treibende Drums, dann Sänger Peter mit seiner hypnotischen Bass-Stimme, die sich immer weiter steigerte bis zum
finalen Growl-Gewitter – Metal in Perfektion! „Wir verwandeln Scheiß- Themen in Ekstase!“ erklärte der Lead-Sänger und machte klar, worum es der Band in ihren Songs geht – Musik als Ausweg aus Depression, Selbsthass
und Verzweiflung. Launige und nachdenkliche Ansagen im Wechsel mit Metal-Brechern sorgten beim headbangenden Publikum für ein heftiges Nackenmuskel-Workout.

Ein besonderer Gänsehaut-Moment entstand, als in der Mitte des Sets ein Klavier auf die Bühne geschoben wurde, und Sarah aus der Band-Crew ein Calibre-Infinite-Cover als Piano-Version spielte. Am Ende ließ das Publikum die Band nur gegen Zugabe von der Bühne, und dann war der erste Abend auch schon vorbei – glückliche, erschöpfte Metalheads zogen zufrieden nach Hause, so durfte es gerne weitergehen. Und sie wurden nicht enttäuscht.

Am zweiten VollGaS-Abend begrüßten Monashee die Metal-Fans mit einem abgefahrenen Alternative- Metalcore- Mashup. Eine bunte Truppe, die dem Publikum mit atemberaubender Leidenschaft Songs präsentierte, die mitrissen und überraschten – der Wechsel zwischen den melodischen Gesangsparts von Steven und den Growls und Screams von Kevin, die wilden Gitarren-Riffs unterbrochen von völlig irren Breaks – Monashee zuzusehen und zuzuhören, war einfach ein Erlebnis!

Wie schon bei Calibre Infinite am Vorabend war auch für Monashee das Thema Mental Health ein wichtiges Anliegen – besonders als Leadsänger Kevin mit einer sehr persönlichen Ansage den Song „Choose Life“ eröffnete. Eine Band mit Haltung, ein energiegeladener Gig, unbändiger Spaß an der eigenen Musik, der sich sofort auf das Publikum übertrug – was für ein Start in den Abend!

Und dann würde es Zeit für Rock’n Roll – Rebel Monster läutete den Party-Teil des
VollGaS-Wochenendes ein. Die vier sind Deutschlands erste Volbeat Tribute-Band – und sie lieferten die Songs ihrer Vorbilder mit einer derartigen Begeisterung ab, dagegen hätte sogar das Original blass ausgesehen. Die Bandshirt-Auswahl des Publikums fiel auffallend oft auf Volbeat und zeigte damit deutlich, wie viele dem Auftritt von Rebel Monster entgegenfieberten.

Und ihre Erwartungen wurden voll erfüllt, denn die vier nicht mehr ganz so jungen Jungs lieferten so richtig ab – mit rockiger Breitbeinigkeit, Spielfreude, Souveränität und einer ordentlichen Portion Humor und Selbstironie nahmen sie die Herzen der Zuschauer im Sturm. Spätestens bei Hits wie „The devil’s bleeding crown“, „Halleluja Goat“ oder „Sad man’s tongue“ brodelte der Saal – es wurde mitgesungen, getanzt und gefeiert.

Das VollGaS Rock & Metal Weekend 2026 war ein rundum gelungenes Event, das Potential hat, zu einer Brühler Institution zu werden – super Location, tolle Orga, vier großartige Bands, das macht Bock auf das nächste Mal.

Kay Pochert

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