Schluss mit Stillstand – LASSEN erklären der Langeweile den Krieg [ Review | Punk | Punkrock ]

Mit ihrem ersten vollständigen Album „Die Abschaffung der Langeweile“ melden sich LASSEN nicht nur zu Wort, sie beziehen Stellung. Drei Freunde aus Bremen, die sich bewusst gegen Routine, Beliebigkeit und musikalische Bequemlichkeit stemmen. Dieses Debüt wirkt wie ein Befreiungsschlag: direkt, wach und voller Drang nach vorne – ohne Umwege, ohne Verklärung.

Kanten statt Kitsch

Musikalisch bewegen sich LASSEN in einem spannungsgeladenen Feld zwischen Indie, Alternative, Postpunk, Grunge und Prog-Pop, ohne sich jemals festnageln zu lassen. Der Sound bleibt beweglich, manchmal sperrig, dann wieder überraschend eingängig. Besonders prägend: Der Sänger sitzt am Schlagzeug – was den Songs eine eigenwillige Dynamik verleiht und sie spürbar antreibt.

Textlich gibt es klare Linien statt weicher Metaphern. Deutschsprachige Worte mit Haltung, die benennen, statt zu beschönigen. Kein Pathos, keine Floskeln – sondern Beobachtungen, Zweifel und Reibungspunkte, die im Alltag wurzeln und genau deshalb treffen. Die lang gelebte DIY-Mentalität ist dabei nicht bloß Attitüde, sondern hörbar in jeder Entscheidung: roh, ehrlich und selbstbestimmt.

Fazit – Ein Debüt, das wachrüttelt

Mit „Die Abschaffung der Langeweile“ liefern LASSEN ein erstes Album ab, das nicht gefallen will, sondern fordert. Es ist ein Statement gegen Stillstand und Gleichgültigkeit – getragen von Freundschaft, Eigenständigkeit und dem Mut, Dinge anders zu machen. Ein starkes Debüt, das zeigt: Langeweile ist keine Option mehr.

Otte’s MEINUNG

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