DÆMMERUNG – das neue Meisterwerk von LAUTSTÆRKE steht in den Startlöchern und stellt eine Verbesserung ihres Sounds, Songwritings und Compsoings da. Als LAUTSTÆRKE 2020 im Großraum des nordrhein-westfälischen Kreises Euskirchen starten, ist das zunächst weniger „Masterplan“ als Befreiungsschlag: Die Gitarristen Tobias und Tim (damals noch bei New Tape) wollen raus aus dem Korsett fremder Vorgaben und rein in eigenes Material. Mit Drummer Marco, Bassist Marvin und Sänger André steht schnell ein Line-up, das nicht lange fackelt – und mit Produzent Frederic Gieselbach einen festen Verbündeten findet, der den Sound von Anfang an auf Kante trimmt. Ergebnis der ersten Sessions: die EP Zurück zu Dir, mit der die Band die ersten Bühnen antestet und sich in der Region sichtbar macht.
Der nächste Schritt kommt über Live-Schweiß statt Marketing-Schaum: Clubshows, Festhallen, Festivals – und ein frühes Ausrufezeichen über den Big-FM-Wettbewerb, bei dem sich LAUTSTÆRKE unter über 900 Teilnehmern durchsetzen und einen Slot bei Rock am Ring klarmachen. Das Debüt Vom Morgen Danach erscheint zunächst in Eigenregie, bekommt Rückenwind aus Medien und Szene – und führt 2021 zum Signing bei NRT-Records. Verantwortlich dafür: Konzertveranstalter Martin Otte, der die Band bei seinen BlattTurbo-Bandabenden wiederholt auf dem Zettel hatte.
Mit der Single „Sommer Deines Lebens“ (September 2021) wird der nächste Stein gesetzt, im Februar 2022 folgt Vom Morgen Danach als Deluxe-Version über NRT-Records – inklusive respektabler Chart-Resonanz in den iTunes- und Amazon-Salescharts. 2023 zieht die Band die visuelle Schraube an: „Schöner Tag“ knackt schnell die 10.000 YouTube-Views, „Fenster“ nähert sich dem Thema Depression in deutlich dunklerer Tonlage, „Strand“ bringt Ende September wieder mehr Leichtigkeit.

Nach dem Ausstieg von Tim im Herbst 2023 geht’s als Quartett weiter, 2024 verknüpfen „Leben“ und die EP Ruhe vor dem Sturm Sound und Inhalt konzeptuell enger. Und dann: Zäsur nach getaner Arbeit – Marco und Marvin verlassen die Band nach Abschluss der Aufnahmen zum neuen Album DÆMMERUNG, ersetzt werden sie durch Drummer Erik und Gitarrist Zhen. Das neue Line-up debütiert am 6. Juni 2025 im Vorprogramm von Völkerball am Zülpicher See, weitere Stationen folgen (u.a. Burgrock Festival Bonn am 30. August 2025 sowie zwei Shows am 11. Oktober 2025).
Am 19. Dezember 2025 erscheint DÆMMERUNG dann digital exklusiv über NRT-Records, flankiert vom Live-Stream-Konzert Kidnap 2 zur Prime Time um 20:15 Uhr auf YouTube und weiteren Kanälen; CD- und LP-Release sind fürs erste Quartal 2026 angekündigt.
DÆMMERUNG: Mehr Kante, mehr Köpfchen, weniger Ausreden
Wer bei deutschsprachigem Alternative Rock reflexhaft „entweder Pop oder Punch“ erwartet, wird hier angenehm korrigiert: DÆMMERUNG nimmt sich Hooks, wo sie Sinn ergeben – und tritt im nächsten Moment wieder das Gaspedal durch. Der Opener „Zug“ ist dafür das passende Schild an der Autobahn: erst luftig, fast sommerlich in den Clean-Gitarren, dann kippt der Song in ein synthiges Indie-Flimmern, bevor er wieder mit Rockdruck anzieht. Inhaltlich geht’s um den Fluchtimpuls aus Routine, Negativität und diesem grauen „immer so weiter“ – musikalisch wird das nicht nur behauptet, sondern umgesetzt: Der Track wirkt wie ein Motor, der endlich hochdreht und sich nicht mehr einfangen lässt.
Mit „Unfassbar“ folgt der Konter: Akustik kurz als Köder, dann Punkrock mit direkter Klinge. Der Text seziert Betrug und den Versuch, im Nachhinein per Manipulation die eigene Schuld zu verwischen – keine Seifenoper, eher das Protokoll einer Konfrontation, bei der die Geduld endgültig aufgebraucht ist. „Leben“ setzt anschließend einen anderen Ton: Die Sinnfrage kommt nicht als großes Philosophen-Poster, sondern als Alltagsschleife nach Schicksalsschlägen – „weitermachen“ als Reflex, „warum eigentlich“ als Nachbeben. Das wirkt gerade deshalb, weil es nicht überhöht, sondern nachvollziehbar bleibt.
Sommer, Sarkasmus, Selbstbehauptung: die Highlights sitzen
Der Doppelhaken aus „Aus Sand“ und „Strand“ spielt mit Erwartung: erst die scheinbar heile Oberfläche, die jederzeit in sich zusammenfallen kann – dann der fröhliche Indie-Rocker, der Träume nicht verwaltet, sondern in Handlung übersetzt. „Strand“ ist dabei nicht kitschig, sondern pragmatisch-romantisch: zwei Menschen machen den Wunsch real, statt ihn nur zu posten. Direkt danach schaltet „Schöner Tag“ auf Attacke: ein zynisch-fröhlicher Punkrock-Tritt gegen Lügner und empathielose Blender, bewusst provokant, aber mit dem richtigen Maß an Biss, damit es nicht zur reinen Stammtisch-Pose verkommt.

„Rendezvous“ setzt Humor als Waffe ein: Online-Dating wird zur Speedrun-Farce – Match, Überforderung, absurde Grenzverschiebungen, zu frühe Zukunftsplanung – bis der Erzähler die Reißleine zieht und den Chat schließt. Der Song trifft, weil er nicht „über Leute“ lacht, sondern über Dynamiken, die viele zu gut kennen.
Auf der ernsteren Achse funktioniert „Anders“ als selbstbewusstes Statement gegen Ausgrenzung: Identität wird nicht erklärt, sondern behauptet – Respekt statt Schublade. „Kompass“ macht daraus einen inneren Kampf: Zukunftswille trifft Vergangenheitslast, Veränderung ist überfällig, aber Orientierung fehlt; „ohne Kompass“ wird zum Sinnbild für dieses lähmende Feststecken. Und mit „Aufzug“ als ironischem Bindeglied geht’s konsequent in die Nachtseite: „Nacht“ nutzt die Vollmondkulisse für Fragen nach Ursprung, Vergänglichkeit und der eigenen Bedeutung, kontert kosmisches Staunen aber mit Selbstkritik und Gegenwartsfrust – düster, schnell, druckvoll, mit echtem Sog.
Schattenspiele bis zum Nachhall: wenn Beziehungen kippen und Stille laut wird
In „Verfolgt von dir“ wird eine beendete Beziehung zum Thriller: Schatten, Flüstern, permanente Präsenz – die Grenze zwischen Opfer- und Täterperspektive verwischt, bis am Ende klar wird, dass Abhängigkeit auch wechselseitig eskalieren kann. „Allerletztes Lied“ zeichnet das Porträt einer Außenseiterin, die tagsüber hinter Maske und Anpassung verschwindet und nachts in Musik und Fantasie ihre eigentliche Identität findet; bittersüß, weil im „allerletzten Lied“ stets die Möglichkeit eines endgültigen Endes mitschwingt.
„Tanzen“ setzt dem die Rückkehr ins Körpergefühl entgegen: kleine Routinen, Ablenkungen, das Entgleiten der Stimmung – und dann der Wunsch, sich wieder zu spüren, Kontrolle zurückzugewinnen, Schwere abzuschütteln. Nach dem düsteren Intermezzo „Atmen“ erzählt „Schönheit“ von der Nacht als verführerischer Kraft: Geborgenheit und Wärme auf der einen Seite, Hingabe und Kontrollverlust als Preis auf der anderen.
Der Schluss bündelt die Platte konsequent: „Fenster“ zeichnet Erschöpfung und Abgeschnittensein, lässt aber einen beharrlichen Impuls Richtung Licht stehen. Und „Alles Ohne Dich“ beendet DÆMMERUNG als Midtempo-Nachbrenner über Leere, Gedankenschleifen und die bittere Erkenntnis, dass sich eine „zweite Chance“ ohne die andere Person nicht nach Neubeginn anfühlt, sondern nach Stillstand. Kein großes Feuerwerk – eher das kalte Licht, das nach der letzten Zeile im Raum bleibt.
Unsere Wertung:
Unser Fazit:
DÆMMERUNG liefert nicht nur eingängige Momente, sondern eine stringente Dramaturgie, die von Aufbruch bis Abgrund durchzieht und dabei immer wieder sauber gesetzte Hooks aus dem Ärmel schüttelt. Die Platte wirkt wie ein geschlossenes Kapitel mit Ecken, Kanten und genug Substanz, um nach dem ersten Eindruck weiter zu arbeiten. Wenn der physische Release (CD/LP) im kommenden Jahr, 2026 nachzieht, ist das genau die Art Album, die im Regal nicht verstaubt, sondern regelmäßig wieder rausgezogen wird.
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