Die aus Neussstammende Rockikone ÖTTE eröffnet mit seiner neuen EP „Prolog“ das nächste Kapitel auf dem Weg zum kommenden Album „Rockin’ Clown“. Nach dem endgültigen Abschied von der ÖTTEBAND und dem Neustart als Solokünstler klingt diese Veröffentlichung nicht nach vorsichtiger Bestandsaufnahme, sondern nach einem klaren Signal: Hier will jemand noch einmal mit Druck, Haltung und persönlicher Geschichte auf die Bühne zurück.
ZWISCHEN MASKERADE, GROSSSTADT UND INNEREN DÄMONEN
„Prolog“ lebt von seiner klaren Rollenverteilung. Die EP zeigt ÖTTE nicht nur als Sänger, sondern als Erzähler, der verschiedene Zustände durchspielt: den Entertainer mit verborgenen Wunden, den Beobachter einer überreizten Stadt, den Angegriffenen im Kampf gegen toxische Kräfte und den Erinnernden im Schatten eines kalten Morgens.
Gimme All Your Lovin‘ – Aber sowas von!
Der Auftakt „Rockin’ Clown (Gimme All Your Lovin’)“ bringt diese Idee sofort auf den Punkt. Musikalisch steht der Song fest im Heavy Rock, arbeitet mit sattem Groove, bluesiger Gitarrenbasis und einem Refrain, der auf Bühne und Publikum zielt. Gleichzeitig bleibt hinter der Showfigur eine spürbare Schwere. Der Clown schenkt anderen Ablenkung, Lachen und Rock ’n’ Roll, während der eigene Schmerz im Hintergrund weiterläuft. Genau dieser Gegensatz gibt dem Stück mehr Tiefe, als der Titel zunächst vermuten lässt.
Eine Band die absolut überzeugt!
Auch die Band setzt früh ein Ausrufezeichen. Michael Hahn treibt die Songs mit druckvollen Drums an, ohne sie plattzutreten. Rene Radke gibt dem Material am Bass einen kernigen Unterbau, während Frank Bothur mit Gitarren arbeitet, die zwischen klassischem Rockgriff, härterer Kante und melodischer Ausformung pendeln. Über allem steht Chris Ötte mit einer Stimme, die nicht glatt sein will. Sein Bariton trägt Erfahrung, Reibung und eine gewisse Schwere in sich. Das passt zu diesen Songs, weil sie nicht jugendlich posieren müssen.
Ganz großes Theater in der Mange
Mit „Theater In Berlin“ zieht die EP das Tempo an. Der Song wirkt direkter, nervöser und stärker vom Punk ’n’ Roll geprägt. Inhaltlich steht Berlin hier nicht als schöne Kulisse im Hintergrund, sondern als überdrehter Ort zwischen Licht, Rausch, Einsamkeit und Hoffnung. Die Stadt wird zur Bühne, auf der Menschen warten, fallen, weitermachen und sich trotzdem nicht ganz verlieren. Gerade diese Mischung aus Bewegung und Schmerz macht den Song stark.
Der dunkelste Track – Seelenfresser
Am dunkelsten wird „Prolog“ mit „Seelenfresser“. Schon die eröffnenden Effekte schaffen eine bedrohliche Atmosphäre, bevor schwere Gitarren, Bassdruck und Doublebass-Elemente den Song in eine deutlich metallischere Richtung schieben. Textlich geht es um Verletzung, Manipulation und eine Form von seelischer Ausbeutung, gegen die sich das lyrische Ich zunehmend zur Wehr setzt. Der Song bleibt dabei nicht passiv. Er schlägt zurück. Aus der Wunde wird Widerstand.
Ein Bruch der Überrascht und überzeugt
Den Abschluss bildet „Kalter Morgen“, und gerade dieser Bruch tut der EP gut. Nach der Härte von „Seelenfresser“ öffnet ÖTTE den Raum für eine Ballade, die von Erinnerung, Verlust und geschichtlicher Kälte erzählt. Verzerrtes Klavier, Streicher, akustische Gitarren und melodische E-Gitarren schaffen eine ernste Atmosphäre, ohne den Song in Kitsch abrutschen zu lassen. Hier zeigt sich die verletzlichste Seite der EP.
Diversität die trotzdem Ineinandergreift
Bemerkenswert ist, dass „Prolog“ trotz der unterschiedlichen Stimmungen nicht auseinanderfällt. Die Songs wirken wie vier Szenen aus demselben Stück: Zuerst öffnet sich der Vorhang, dann flackert die Stadt, danach bricht die Dunkelheit herein, und am Ende bleibt ein stiller Blick zurück. Das ist bewusst dramatisch gedacht, aber nicht ohne Substanz.
Unsere Wertung:
Unser Fazit
EIN NEUSTART MIT DRUCK UND GEFÜHL
Mit „Prolog“ liefert ÖTTE eine kompakte, aber vielseitige EP ab. Der Musiker verbindet klassischen Rock, härtere Momente, punkige Energie und balladeske Melancholie zu einem stimmigen Vorgeschmack auf „Rockin’ Clown“. Nicht jeder Moment setzt auf Zurückhaltung, doch genau das gehört zu dieser Musik. ÖTTE sucht nicht die kühle Distanz, sondern den direkten Ausdruck. Die EP hat Pathos, Kante und Herz – und funktioniert gerade deshalb.

Trackliste
- Rockin’ Clown (Gimme All Your Lovin’)
- Theater In Berlin
- Seelenfresser
- Kalter Morgen
Credits
Interpret: ÖTTE
Titel: Prolog
Herkunft: Neuss, Deutschland
Format: EP
VÖ: 29. Mai 2026
Genre: Heavy Rock | Art Rock | Punk ’n’ Roll
Label: NRT Records
Chris Ötte: Gesang
Michael Hahn: Schlagzeug
Rene Radke: Bass
Frank Bothur: Gitarre
Mehr zu ÖTTE im Netz
ÖTTE – Offizielle Webseite:
https://oette.jimdoweb.com/
ÖTTE bei Instagram:
https://www.instagram.com/chrisoette/
ÖTTE bei Spotify anhören:
https://open.spotify.com/artist/2MKGP2k1VmWiyRFKirwtMp

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