Crimson Day: Female Fronted Heavy Metal Durchstarter gehen auf’s Ganze mit „Song Of Fire“ (Musikvideo) [ Heavy Metal | Female Fronted Heavy Metal ]

Female Fronted Heavy Metal, der nicht höflich anklopft, sondern gleich die Tür aus den Angeln bläst: Crimson Day schieben mit „Song of Fire“ den nächsten glühenden Vorboten ihres vierten Albums Dark Dimension nach. Die Platte soll am 22. Mai 2026 über Wormholedeath erscheinen. Wer nach „False Prophet“ und „Hexed“ noch glaubte, die Finnen würden sich in gefälligem Nostalgie-Geklimper verlieren, darf sich nun gern eines Besseren belehren lassen. Hier wird nicht um Aufmerksamkeit gebettelt, hier wird sie mit dunklen Riffs, melodischem Druck und ordentlich Weltuntergang im Gepäck eingefordert.

Schaut hier den Clip zu „Song of Fire“ von Crimson Day

Der Himmel brennt, die Rettung hat abgesagt

„Song of Fire“ malt kein kleines Kerzchen an die Wand, sondern gleich den finalen Flächenbrand. Der letzte Tag steht vor der Tür, Hoffnung hat sich offenbar krankgemeldet, und der Rest der Welt darf zusehen, wie er in Rauch aufgeht. Natürlich ist apokalyptische Symbolik im Metal nun wirklich keine neue Erfindung. Aber Crimson Day vermeiden immerhin jenen müden Pathos-Kitsch, bei dem man eher an Theaternebel aus dem Sonderangebot denkt als an echte Bedrohung. Stattdessen treiben schwere Gitarren, dramatische Melodien und eine angenehm finstere Grundstimmung den Song nach vorn. Milka Uusitalo gibt dem Stück dabei den nötigen Biss, damit die Sache nicht nur nach hübsch beleuchtetem Weltuntergang klingt.

Photo Credits: Katri Kallio Photography

Gepostet auf Wunsch von WormholeDeath Records

Dark Dimension wirft längere Schatten

Mit „Song of Fire“ wird Dark Dimension nicht nur ein weiterer Veröffentlichungstermin im Kalender, sondern langsam ein konkretes Biest mit Zähnen. „False Prophet“ und „Hexed“ hatten bereits klargemacht, dass Crimson Day diesmal nicht einfach den üblichen Heavy-Metal-Baukasten auskippen und auf Genre-Applaus hoffen. Die neue Single wirkt eher wie ein weiterer bewusst platzierter Schlag in dieselbe Kerbe. Klassischer Heavy Metal bleibt das Fundament, doch darüber legen sich melodische Hooks, dramatische Zuspitzungen und eine Dunkelheit, die nicht bloß als Tapete im Hintergrund hängt. Das klingt nach einem Album, das seine Richtung kennt – und nicht nach einer Band, die verzweifelt im Nebel nach einem roten Faden tastet.

Schaut hier den Clip zu „False Prophet“ von Crimson Day

Aus Tampere kommt kein Wattebausch

Crimson Day wurden 2013 in Tampere gegründet und haben sich seitdem nicht gerade dem zahnlosen Wohlfühl-Metal verschrieben. Der Sound der Band steht zwar hörbar auf klassischem Heavy-Metal-Boden, weigert sich aber erfreulicherweise, dort wie ein Museumsstück einzustauben. Tempo, dunkle Kanten und große Melodien gehören fest zum Arsenal. Nach der selbstbetitelten EP Crimson Day aus dem Jahr 2013 folgte 2015 das Debütalbum Order of the Shadows. Mit At the Mountains of Madness wurde der Klang 2018 breiter und atmosphärischer, bevor 2023 das selbstbetitelte Album Crimson Day nachlegte.

Ein deutlicher Einschnitt kam 2020, als Milka Uusitalo den Gesang übernahm. Seitdem wirkte die Band noch weniger wie ein Projekt, das sich brav in die zweite Reihe stellen möchte. Singles wie „Raising the Fury“ und „Black as the Heavens Above“ zeigten bereits, dass hier nicht nur alte Stahlträger poliert werden. Mit Coverversionen von „Immigrant Song“, „Holding Out for a Hero“ und „Objection (Tango)“ bewiesen Crimson Day außerdem, dass sie sich nicht in einem selbstgezimmerten True-Metal-Käfig einschließen. Ob jede dieser Coverideen zwingend auf der Welt gefehlt hat, darf man diskutieren. Mutiger als die hundertste austauschbare Pflichtübung ist es allemal.

Schaut hier den Clip zu „Hexed“ von Crimson Day

Bühnenstaub statt reiner Studiopolitur

Crimson Day sind auch live keine Band, die nur auf Pressefotos gefährlich schaut und ansonsten im Proberaum ihre Riffs streichelt. Mehr als 100 Shows in Finnland und Europa stehen bereits in der Historie. Das ist in Zeiten, in denen manche Gruppen nach zwei Auftritten und einem halbwegs brauchbaren Backdrop schon von „Ära“ sprechen, durchaus ein Argument. Shows mit Sonata Arctica, Turmion Kätilöt, Turisas, Reckless Love und Korpiklaani zeigen, dass die Formation ihr Material nicht nur für Streaming-Algorithmen zurechtfeilt. Internationale Stationen führten die Band unter anderem ins Baltikum, nach Deutschland und Schweden. Neue Tourdaten werden im aktuellen Material zwar noch nicht serviert, aber mit Dark Dimension dürfte genug Zündstoff für die nächste Runde bereitliegen.

Crimson Day sind Milka Uusitalo am Gesang, Ari Balzar an der Leadgitarre, Janne Rantanen an Gitarre und Screams, Jesse „Kämy“ Kämäräinen am Bass sowie Janne Ollikainen an Drums und Percussion.

Mehr zu Crimson Day im Netz

Crimson Day – Die offizielle Webseite:
https://www.crimsonday.com

Crimson Day bei Facebook:
https://www.facebook.com/crimson.day.band

„Song of Fire“ bei den Musikdiensten:
https://orcd.co/songoffire

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