Mit „Cookie Doe“ legen Chriz Doe ein Album vor, das schon optisch irritiert. Das Artwork wirft Fragen auf, bevor auch nur ein Ton erklingt. Erwartet man eine Parodie? Eine ironische Brechung? Oder doch einen radikalen Stilwechsel? Klar ist nur: Dieses Cover lädt nicht sofort zum Zugreifen ein. Und genau das spiegelt auch den musikalischen Inhalt wider – widersprüchlich, gewagt und schwer einzuordnen.
Zwischen Crossover-Mut und Stilbruch
Musikalisch bewegt sich „Cookie Doe“ im Spannungsfeld von deutschem Rock, Metal und technoiden Elementen. Genregrenzen werden bewusst verwischt, Beats prallen auf Gitarrenwände, elektronische Flächen treffen auf harte Riffs. Diese Mischung ist nicht neu – seit den frühen 2000ern experimentieren viele Metal-Bands mit hybriden Klangbildern.
Doch hier liegt auch die Herausforderung: Es ist ein Unterschied, ob man sich nicht festlegen lassen will oder ob man Stile kombiniert, die nur bedingt harmonieren. „Cookie Doe“ schwankt genau an dieser Grenze. Manche Passagen wirken mutig und überraschend, andere eher konstruiert. Statt organischem Flow entsteht stellenweise der Eindruck eines bewussten Stilbruchs, der mehr irritiert als begeistert.
Dabei ist handwerkliches Können durchaus vorhanden. Produktion und Sound sind solide, die Ideen ambitioniert. Dennoch bleibt das Gefühl, dass Konzept und Wirkung nicht immer deckungsgleich sind. Die Frage ist weniger, ob Chriz Doe etwas Neues versuchen – sondern ob dieses Neue wirklich trägt.
Fazit: Mutig, aber nicht makellos
„Cookie Doe“ ist ein Album, das Diskussionen provoziert. Es fordert Geduld, Offenheit und vielleicht auch eine Portion Wohlwollen. Wer klare Genregrenzen sucht, wird hier nicht fündig. Wer Experimente schätzt, könnte einzelne Momente entdecken, die hängen bleiben. Am Ende bleibt ein Werk, das mehr polarisiert als begeistert – und genau darin vielleicht seine größte Stärke sieht.
Otte’s MEINUNG

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