No Clue klingen auf ihrer zweiten EP „Unleashed“ wie eine Band, die keine Zeit für Ausreden hat. Kein „Wir probieren mal“, kein „Vielleicht später“ – sondern fünf Songs, die sich anfühlen wie ein sauber gezogener Strich mit dem Teppichmesser: präzise, scharf, ohne unnötige Schnörkel. Man merkt dem Projekt an, dass hier routinierte skandinavische Musiker am Werk sind, die nicht auf Tour-Kalender schielen, sondern auf Impact. Und ja: Die AI-Videos sind nicht jedermanns Cup Of Tea doch die Musik spricht für sich selbst – weil sie sich nicht hinter Optik verstecken muss.
Zwischen Schraubstock und Stadion: Wie modern Härte klingen kann
Die große Stärke von „Unleashed“ ist, dass die EP modern wirkt, ohne nach „Plastikglanz-Plugin“ zu schmecken. Das Sounddesign ist straff und zeitgemäß, aber nie klinisch: Gitarren haben Kante, der Bass ist satt und präsent, und die Drums drücken im Midtempo wie ein Motor, der schon im Standgas bedrohlich klingt. Arrangement und Komposition arbeiten dabei auffällig songdienlich. Es gibt Layer, es gibt Details, es gibt Dynamik – aber nichts wirkt überladen. No Clue verstehen, dass Groove im Nu Metal nicht Nebensache ist, sondern die Story trägt.
„Unleashed“ bis „Overdrive“: fünf Kapitel, ein klarer Kurs
„Unleashed“ eröffnet wie ein finsterer Tunnel mit Licht am Ende: akustische Gitarren ziehen die Spannung an, dann kippt das Stück in griffigen, druckvollen Modern Metal. Inhaltlich geht es um das Losreißen – nicht als Partyparole, sondern als inneren Befreiungsschlag. Im Verse dominieren Bass und Rhythmus, die Gitarren setzen Akzente, und wenn der Refrain kommt, steht da plötzlich ein Hook, der nach „Hitverdächtig“ riecht. Die Leads sind inspirierend und technisch stark, ohne die Dramaturgie zu zerreden.
„Ashes“ ist der atmosphärische Gegenpol: erst schleichend, dann öffnen Arpeggios und komplexere Instrumentalisierung das Bild. Elektronische Synth-Elemente zieren das Arrangement – als dunkler Schimmer, der den Song emotional auflädt. Thematisch wird aus dem Titel kein Klischee: Es geht um das, was nach einem Brand übrig bleibt – Schuld, Verlust, aber auch die Möglichkeit, aus Trümmern neu zu bauen. Der hymnische Gesang sitzt, die Hookline zieht eine progressive Linie durch den Track, und der Refrain bleibt wie Rauch in der Kleidung hängen.

Gepostet auf Wunsch von Yellow Rhinestone Records
„Static Inside“ macht’s enger: hallige, düstere Gitarren legen eine beklemmende Stimmung, und das progressive Drumspiel im gemäßigten Tempo wirkt wie ein pulsierender Warnhinweis. Inhaltlich: innere Überlastung, aufgestaute Spannung, das Gefühl, dass im Kopf alles knistert, aber nach außen nichts raus darf. Genau darin liegt die Wirkung – der Song bleibt sinistre, ohne an Druck zu verlieren, und entwickelt sich zu einem kompositorisch astreinen, treibenden Brocken.
„Animal Logic“ schaltet dann auf Instinkt. Ein fantastisch komponiertes Riff empfängt den Hörer, später kokettiert ein episches Solo als klarer Höhepunkt. Lyrisch geht’s um das Archaische: Reaktion statt Reflexion, Bauchgefühl statt Vernunftbremse. Druckvolle Rhythmik, Heavy-Rock-Attitüde und komplexe Riffs verbinden sich zu einem Song, der nicht nur hart ist, sondern körperlich wirkt – als würde er die Nackenmuskulatur direkt ansprechen. Gesang: top, sicher, präsent.
„Overdrive“ setzt den Schlusspunkt mit Vollgas: Gitarrenwände, die an Referenzen wie Static-X oder Korn erinnern, treffen auf eine Mischung aus Rap und Gesang, die sofort greift. Inhaltlich ist das der Moment, in dem der Kopf aufhört zu diskutieren und der Körper einfach läuft – Vorwärtsdrang als Finale. Epische Wände, druckvolles Bassdrum-Arrangement, erhöhtes Tempo: perfekt komponiert, und vor allem so gebaut, dass man nach dem letzten Schlag nicht „fertig“, sondern „nochmal“ denkt.
Unsere Wertung:
Unser Fazit:
„Unleashed“ ist ein kompaktes Statement: moderner Alternative-/Nu-Metal, der Hook und Härte nicht gegeneinander ausspielt, sondern miteinander verzahnt. Starke Produktion, flüssige Arrangements, überzeugende Kompositionen – und Songs, die nicht nur „funktionieren“, sondern hängen bleiben. Wer auf schwere Grooves, klare Refrains und dunkle Atmosphäre steht, sollte das auf dem Radar haben.
Kritik von: Philipp Gottfried
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