Slime zerlegen die ausverkaufte Kantine Köln [ Konzertbericht | Punk | Punkrock ]

Januar 2026, Kantine Köln, ausverkauft. Schon vor dem ersten Ton liegt diese gespannte Unruhe in der Luft, die man nur kennt, wenn klar ist: Heute wird nichts halbgemacht. Slime sind mit neuem Album auf Tour – und Köln ist bereit, alles zu geben.

Auf gehts mit 100 Kilo Herz zum Start

Den Auftakt übernahmen 100 Kilo Herz, längst kein Geheimtipp mehr. Mit spürbar vielen eigenen Fans im Publikum wurde ihr Set von Anfang an gefeiert. Mitsingen, Mitgehen, Mitfühlen – hier stand keine klassische Vorband auf der Bühne, sondern eine Band, die längst selbst angekommen ist. Ein starker Einstieg, der die Messlatte direkt hochlegte.

Foto: https://www.konzertmedien.de

Vergangenheit trifft Gegenwart

Als Slime die Bühne betreten, kippt die Stimmung endgültig. Vom ersten Akkord an ist klar: Das hier ist kein Nostalgie-Abend. Die Band präsentierte zahlreiche Songs vom neuen Album – und sie funktionierten. Und zwar genauso kompromisslos wie die Klassiker.

Das Erstaunliche: Das Publikum war bei alten wie neuen Songs extrem textsicher. Egal ob neue Zeilen oder jahrzehntealte Parolen – die Kantine sang geschlossen, laut und mit voller Überzeugung. Vergangenheit und Gegenwart verschmolzen zu einem einzigen, schweißtreibenden Block aus Haltung, Wut und Zusammenhalt.

Zwei Stunden Eskalation

Zwei Stunden Spielzeit, kein Durchatmen, kein Abflachen. Slime spielten sich durch ihr Set mit einer Intensität, die man nicht planen kann – sie passiert einfach. Die Band auf der Bühne, das Publikum davor: alles eine Bewegung, ein Puls.

Am Ende war die Kantine mehr als nur leergetanzt. Sie war durch. Körperlich, emotional, stimmlich. Genau so, wie ein Slime-Konzert enden muss.

Slime haben in Köln eindrucksvoll gezeigt, dass sie nicht von gestern sind – sondern mitten im Jetzt stehen. Neue Songs, alte Klassiker, ein textsicheres Publikum und zwei Stunden kollektiver Ausnahmezustand. Ein Konzert, das nicht nur laut war, sondern nachhaltig nachwirkt.

Foto/Text: Thomas Remer / Konzertmedien.de

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