Mit Samthandschuhen hat „Carnage Of Man“ von Kancode absolut nichts am Hut. Diese Single schlägt vom ersten Takt an wie ein Vorschlaghammer ein und macht unmissverständlich klar, dass hier keine sterile Hochglanz-Härte, sondern ein ausgewachsener Deathcore-Brocken auf die Hörerschaft losgelassen wird. Kancode setzen auf Druck, Wut und eine dunkle Grundstimmung, die sich wie ein dichter Nebel durch den gesamten Track frisst. Dabei klingt „Carnage Of Man“ erfreulicherweise nicht nach austauschbarer Genre-Massenware, sondern nach einer Band, die genau weiß, wie man Brutalität mit Spannungsaufbau, Präzision und ordentlich Nachdruck verbindet. Das Ergebnis ist ein Song, der nicht nur stumpf alles niederwalzt, sondern mit echter Überzeugungskraft in die Magengrube fährt.
Abriss mit Ansage
Die große Stärke von „Carnage Of Man“ liegt in seiner Fähigkeit, rohe Gewalt nicht einfach planlos rauszuballern, sondern sie gezielt zu platzieren. Vor allem die Doublebass feuert wie ein Maschinengewehr durch die Nummer, ohne dabei in monotones Dauergewitter abzurutschen. Genau hier zeigt sich, dass Kancode mehr wollen als bloß Lautstärke und Härte. Die Rhythmusarbeit sitzt, wirkt bissig und verleiht dem Song ein Rückgrat, das weit über typisches Genre-Gebolze hinausgeht. Zusammen mit dem Bass entsteht ein Unterbau, der schwer auf den Schultern liegt und dem Track jene erdrückende Wucht verpasst, die man von einer modernen Deathcore-Nummer dieser Sorte erwartet.
Riffarbeit ohne Gnade
Die Gitarren hängen sich mit voller Härte an dieses Fundament und liefern Riffs, die nicht nur sägen, sondern richtiggehend zuschnappen. Statt wahllos Krach zu stapeln, greifen die Saitenfraktionen sauber in die Rhythmussektion ein und sorgen für ein Klangbild, das dicht, aggressiv und erstaunlich griffig ausfällt. Genau dadurch bleibt „Carnage Of Man“ hängen. Die Band versteht es, den Druck dosiert hochzuschrauben, kleine Spannungsfenster offenzuhalten und dann wieder mit voller Wucht zuzupacken. Das verleiht dem Song deutlich mehr Biss als vielen Genrevertretern, die sich allein auf Breakdown an Breakdown verlassen und dabei jede Form von Dynamik über Bord werfen.
Schwarzmalerei mit Schlagkraft
Auch atmosphärisch macht die Single vieles richtig. Die Keyboards stehen nie störend im Rampenlicht, sondern legen eine finstere, fast schon bedrohliche Schicht unter den Song, die das Gesamtbild wirkungsvoll verdichtet. Darüber thronen die gutturalen Vocals, die tief, angepisst und kontrolliert genug klingen, um sowohl Death-Metal- als auch Deathcore-Fans abzuholen. Inhaltlich bekommt die brachiale Verpackung ebenfalls ein ordentliches Gewicht mit. „Carnage Of Man“ arbeitet sich hörbar an menschlicher Grausamkeit, Machtmissbrauch und institutionellem Versagen ab. Das gibt der Nummer Substanz, weil die Härte eben nicht nur Selbstzweck bleibt, sondern den inhaltlichen Kern glaubhaft nach außen prügelt.
Fett produziert, sauber zerstört
Produktionstechnisch gibt es hier ebenfalls wenig zu meckern. Die Drums knallen trocken und mit Schmackes, der Bass drückt satt aus dem Untergeschoss, die Gitarren behalten trotz aller Schwere ihre Schärfe und die Vocals sitzen genau dort, wo sie maximal Schaden anrichten. Der Mix ist kompakt, wuchtig und lässt dem Song genug Luft, damit die einzelnen Elemente nicht in einer undurchsichtigen Soundmatsche versinken. Genau das macht Kancodes neue Single so effektiv: „Carnage Of Man“ ist nicht einfach nur hart, sondern zielgerichtet hart. Wer auf modernen Deathcore mit Druck, Atmosphäre und einer guten Portion finsterer Zerstörungswut steht, dürfte hier ziemlich zuverlässig auf seine Kosten kommen.

Trackliste
- Carnage Of Man
CREDITS
Interpret: Kancode
Titel: „Carnage Of Man“
Herkunft: USA
Format: Single
Genre: Deathcore | Death Metal
Label: Independent
Unsere Wertung:
Unser Fazit:
Deathcore brachial und Kompromisslos! Das perfekte Moshpit Material alter!
Kritik von Philipp Gottfried
Mehr zu Kancode im Netz:
Kancode bei YouTube:
https://www.youtube.com/@Kancode.Official
Kancode bei Spotify anhören:
https://www.youtube.com/@Kancode.Official

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