IM EIGENEN GEHÄUSE – DADA-PUNK MIT SCHLAGSEITE UND SCHMUTZRAND [ Review | Punk | Dada-Punk ]

Duschvater melden sich mit ihrem zweiten Album „Im eigenen Gehäuse“ zurück und liefern erneut genau das, was ihren völlig eigenwilligen Stil ausmacht: dadaistischer Deutschpunk zwischen Wahnsinn, Gesellschaftssatire und komplett eskalierendem Alltagsirrsinn. Was zunächst absurd wirkt, entfaltet schnell eine erstaunlich treffende Beobachtungsgabe.

Skurril, hektisch und erschreckend nah am echten Leben

Im eigenen Gehäuse“ klingt wie ein überdrehter Stromausfall im Reihenhaus. Duschvater werfen humorvolle Absurditäten, nervöse Energie und gesellschaftliche Seitenhiebe in einen Mixer und erzeugen daraus ihren ganz eigenen Dada-Punk-Kosmos.

Die Band aus Salzkotten und Paderborn versteht es hervorragend, alltägliche Situationen ins völlig Schräge kippen zu lassen. Zwischen skurrilen Bildern, schrägem Humor und hektischem Punkrock steckt immer wieder diese subtile Kritik an gesellschaftlichen Routinen, menschlichen Eigenarten und der allgemeinen Überforderung des modernen Lebens.

Musikalisch bleibt das Album ständig in Bewegung. Schnelle Gitarren, rumpelnde Rhythmen und eine angenehm ungebügelte Produktion sorgen dafür, dass die Songs roh und lebendig wirken. Hier klingt nichts geschniegelt oder kalkuliert. Genau das verleiht „Im eigenen Gehäuse“ seinen kaputten Charme.

Besonders stark ist dabei die Balance zwischen Unsinn und Aussage. Duschvater wirken nie wie eine reine Spaßband. Hinter den absurden Ideen lauert ständig ein unangenehmes Wiedererkennen. Gerade deshalb funktionieren die Songs so gut – sie sind gleichzeitig komplett drüber und erschreckend nah am Alltag.

Der Begriff „Dada-Punk“ passt hier perfekt. Die Band zerlegt normale Situationen, Gedanken und gesellschaftliche Abläufe in kleine absurde Einzelteile und baut daraus etwas Eigenes, Lautes und herrlich Beklopptes zusammen.

Fazit – Punkrock für alle, die im Wahnsinn wohnen

Mit „Im eigenen Gehäuse“ liefern Duschvater ein Album voller schräger Ideen, hektischer Energie und dadaistischem Humor. Zwischen Gesellschaftskritik, Alltagsbeobachtung und kompletter Eskalation entsteht ein Deutschpunk-Werk, das sich bewusst jeder Geradlinigkeit verweigert – und genau dadurch hängen bleibt.

Otte’s MEINUNG

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