Wenn der Bass durch den Wald hämmert, der Staub über den Boden tanzt und sich Menschen zwischen Technik, Bühne und lauschigen Ecken verlieren, dann ist klar: Die Trafostation 61 hat wieder gerufen.
Für uns von BlattTurbo war es bereits das fünfte Mal in Folge, dass wir mitten im Wald dabei sein durften. Fünf Jahre Trafo, fünf Jahre Musik, Begegnungen und Geschichten – und auch dieses Jahr hat das Festival wieder eindrucksvoll gezeigt, warum man hier nicht einfach nur auf ein Konzert geht. Man kommt an, trifft alte Bekannte, lernt neue Menschen kennen und taucht für drei Tage komplett in diese besondere Atmosphäre ein.
Und musikalisch? Da wurde an diesem Wochenende definitiv keine Handbremse gezogen.
Freitag – Der erste Schlag sitzt

Der Festivalfreitag startete mit Calibre Infinite, die mit ernsten Themen und ordentlich Druck den ersten musikalischen Pflock einschlugen. Viel Zeit zum Eingrooven blieb danach allerdings nicht, denn The Toshers übernahmen und brachten mit ihrem Folk-Punk und einer Geige, die förmlich zum Tanzen aufforderte, ordentlich Bewegung in die Menge.
Mit ØL und anschließend MARCH ging es weiter nach vorne. Der Punk wurde schneller, die Energie stieg und spätestens jetzt war klar: Dieser Freitag würde kein gemütliches Vorgeplänkel werden.
Farewell Spit sorgten anschließend für einen atmosphärischen Kontrast und schufen damit eine spannende Überleitung in den weiteren Abend. Dann kamen GNOME. Die Belgier ließen ihren Fuzz-Sound auf den Wald los und verwandelten die Szenerie endgültig in einen musikalischen Ausnahmezustand.
Den ersten Tag beendeten schließlich Defocus – und die ließen definitiv nichts mehr anbrennen. Mit kompromisslosem Metalcore und einer brachialen Bühnenpräsenz wurde der Freitag noch einmal komplett auf links gedreht. Erster Tag? Abgehakt. Und zwar mit Nachdruck.
Samstag – Druck auf dem Kessel

Wer nach dem Freitag dachte, der Samstag würde es vielleicht etwas ruhiger angehen lassen, wurde ziemlich schnell eines Besseren belehrt.
Last Bølt Ceremony eröffneten den zweiten Festivaltag mit massiver Wucht und ordentlich Power. Danach übernahmen Cloudspotter und sorgten dafür, dass der Druck im Wald weiter hoch blieb.
Mit Palebloom bekam der Samstag anschließend eine andere Facette. Melancholische Tiefe traf auf Wucht und zog die Menge in ihren Bann, bevor Darkk wieder ordentlich Bewegung in die Bretter brachte.
Danach blieben die Gaspedale unten. King Father Baboon und XO Armor hielten das Energielevel gnadenlos hoch. Besonders XO Armor lieferten dabei live ein verdammt fettes Brett ab – genau die Sorte Auftritt, bei der man sich hinterher fragt, wo eigentlich die letzten Kräfte geblieben sind.
The Tazers übernahmen anschließend den Abend und ließen den Rock durch den Wald rollen. Den Schlusspunkt setzte schließlich The Night Eternal mit düsterem, packendem Heavy Metal und einem Auftritt, der den zweiten Festivaltag noch einmal auf besondere Weise abschloss.
Sonntag – Jetzt wird alles rausgelassen
Und dann war er da: der dritte und letzte Tag.

Wer dachte, nach zwei Tagen wäre die Luft raus, kannte die Trafostation 61 offenbar noch nicht. New.Topia eröffneten den Sonntag mit ihren instrumentalen Post.Rock.Metal-Klängen und schufen einen atmosphärischen Einstieg in den letzten Festivaltag.
Danach übernahmen Latin Greek und setzten mit ihrer Musik einen ruhigeren, aber keineswegs belanglosen Kontrapunkt. Anschließend wurde es mit Battlesword wieder deutlich härter. Messerscharfe Riffs und brachialer Metal sorgten dafür, dass der Sonntag endgültig Fahrt aufnahm.
LIGER aus Aachen legten nach und brachten ihre Mischung aus modernem Alternative Rock, großen Hooks und druckvollem Sound auf die Bühne. Verschnaufpause? Fehlanzeige.
Dann kam eine Band, die untrennbar mit der Geschichte der Trafostation 61 verbunden ist: Masuria. Seit den Anfangsjahren des Festivals gehören sie immer wieder zum Line-up. Die Band hat sich über die Jahre personell stark verändert, und auch musikalisch hat sich einiges getan. Während Masuria früher deutlich stärker vom Deathcore geprägt waren, bringt der aktuelle Sänger mit seinem melodischen Cleangesang eine neue Facette in den Sound. Das Ergebnis: weiterhin ordentlich Wucht, aber mit einer deutlich melodischeren Seite.
Auf der Zielgeraden übernahmen Sons of Arrakis. Mit ihren schweren, schleppenden Desert-Rock-Wellen und ihrer ganz eigenen Atmosphäre drückten sie sich tief durch den Wald und sorgten für einen weiteren besonderen Moment des letzten Tages.
Den finalen musikalischen Schlag setzte Yeast Machine aus Tübingen. Fuzz-getriebener Sound zwischen Stoner Rock, Grunge und Psychedelic Rock, schwere Grooves und psychedelische Klangwelten – genau der richtige Sound, um drei Tage Trafostation 61 langsam, aber gewaltig ausklingen zu lassen.
Mehr als nur Musik
Doch so stark das Line-up auch war: Die Trafostation 61 ist mehr als ihre Bühnen.
Was dieses Festival so besonders macht, ist diese Mischung aus Wald, Musik und einer Atmosphäre, die man nur schwer in Worte packen kann. Dazu kommt eine Organisation, bei der man merkt, wie viel Herzblut dahintersteckt.
Auch wir von BlattTurbo hatten über alle drei Tage hinweg unzählige Gespräche. Mit Musikerinnen und Musikern, mit der Crew, mit alten Bekannten und mit Menschen, die wir zum ersten Mal getroffen haben. Genau diese Begegnungen sind es, die ein Festival für uns ausmachen.
Zwischen Bühne, Technik, Wald und Cocktailbar wurde gelacht, diskutiert, gefachsimpelt und natürlich jede Menge Musik gehört. Drei Tage lang durften wir wieder Teil dieser besonderen Trafo-Familie sein.
Neuer Campingbereich – mehr Platz zum Ankommen und Abschalten
Eine Neuerung beim diesjährigen Trafostation 61-Festival war der neue Campingbereich, der rund einen Kilometer vom Festivalgelände entfernt liegt. Wer nach langen Festivaltagen einen ruhigen Platz zum Ankommen, Schlafen und Entspannen gesucht hat, wurde hier fündig.
Der neue Bereich bietet deutlich mehr Raum, um sich auszubreiten und das Festivalwochenende in entspannter Atmosphäre zu genießen. Abseits des Trubels konnte man Kraft sammeln, mit anderen Festivalbesuchern ins Gespräch kommen und einfach die besondere Stimmung des Wochenendes weiterleben lassen.
Gerade diese Mischung aus Festivalgelände mitten im Wald und einem ruhigen Rückzugsort macht das Erlebnis noch kompletter. Ein Platz zum Durchatmen, Abschalten und trotzdem ganz nah am Geschehen zu sein.
Danke, Trafo!
Deshalb geht unser dickes Dankeschön an das gesamte Trafostation-61-Team. Danke dafür, dass wir von BlattTurbo nun bereits zum fünften Mal in Folge dabei sein durften.
Wir nehmen jede Menge Eindrücke, Gespräche, Bilder und Erinnerungen mit nach Hause.
Und eines ist sowieso klar:
2027 sehen wir uns wieder.
Genau dort, wo Technik auf Wald trifft, die Bässe durch die Bäume drücken und irgendwo zwischen Bühne und Cocktailbar der nächste Wahnsinn beginnt.
Trafostation 61 – wir kommen wieder!



















































































































Foto: Ken Remer/Konzertmedien.de Text: Martin „Otte“ Oertel

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