Manche Bands brauchen zehn Songs, um ihre Botschaft zu platzieren. MUELL schaffen das in drei. Mit ihrer neuen EP „Arbeit“ liefert das Hardcore-Punk-Duo einen kompakten Schlag in die Magengrube, der keine Sekunde verschwendet. Keine Intros, keine Spielereien, kein Ballast – nur Energie, Haltung und ordentlich Druck auf dem Kessel.
Zwischen Alltag, Malocherfrust und Systemkritik
Bereits der Opener „Alle Menschen“ macht klar, wohin die Reise geht. MUELL setzen auf Direktheit statt Umschweife und feuern ihre Gedanken ohne Sicherheitsabstand ins Publikum. Die Songs wirken roh, ehrlich und genau so ungeschliffen, wie Hardcore Punk sein sollte.
Der Titeltrack „Arbeit“ nimmt sich eines Themas an, das praktisch jeden betrifft. Dabei geht es weniger um konkrete Lösungen als um das Gefühl, im täglichen Hamsterrad festzustecken. Wütend, treibend und ohne erhobenen Zeigefinger.
Mit „Kapitalismus Kater“ folgt schließlich der passende Rausschmeißer. Der Song verbindet bissige Gesellschaftskritik mit der typischen MUELL-Attitüde und hinterlässt genau den Nachgeschmack, den guter Punk hinterlassen soll: unbequem, nachdenklich und trotzdem mit einem Grinsen im Gesicht.
Musikalisch lebt die EP von ihrem kompromisslosen Vorwärtsdrang. Die drei Stücke sind bewusst kurz gehalten, treffen dafür aber umso direkter. Jeder Riff sitzt, jede Passage drängt nach vorne und kein Ton wirkt überflüssig. Genau diese Würze macht die Veröffentlichung so stark.
Fazit – Konzentrat statt Langstrecke
Mit „Arbeit“ beweisen MUELL, dass Größe nichts mit Spielzeit zu tun hat. Die drei Songs sind kurz, bissig und voller Energie. Hardcore Punk in seiner kompaktesten Form: direkt auf den Punkt, ohne Schnörkel und mit genügend Schubkraft, um noch lange nach dem letzten Ton nachzuwirken. Eine kleine EP mit ordentlich Sprengstoff im Gepäck.
Otte’s MEINUNG

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